| Kenia |
Einführung zu Projektort und ProjektpartnernProjektgebiet MarsabitDer Distrikt Marsabit liegt im Norden Kenias mit einer Gesamtfläche von 269.000 km². Er besteht hauptsächlich aus Trockensavanne und Wüste. Die Stadt Marsabit liegt auf einem teilweise bewaldeten Hochplateau. Der Wald ist glazialen Ursprungs und zum größten Teil als Nationalpark ausgewiesen. Laut Untersuchungen schrumpft der Waldbestand um jährlich 1,5 %. Die Bevölkerungszahl von Marsabit wird auf 60.000 Menschen geschätzt, die Angehörige verschiedener in der Region ansässiger Nomadenvölker (Rendille, Boran, Burji, Gabra, Konso, Turkana, Samburu und Somali), sowie zugewanderter Völker aus Kenia, Äthiopien und Somalia sind.Die wirtschaftlichen Aktivitäten im Distrikt beschränken sich im wesentlichen auf Weidewirtschaft. Ackerbau (vor allem Mais- und Bohnenanbau) gibt es erst seit 25 Jahren, als auf Betreiben christlicher Missionen ein Teil der nomadischen Bevölkerung sesshaft gemacht wurde. Entwicklungspolitisch spielt der Norden innerhalb von Kenia eine untergeordnete Rolle, da das Gebiet unwirtlich und dünn besiedelt ist. Da die Region geostrategisch und politisch als unsicher gilt, wurde die Infrastruktur systematisch vernachlässigt (keine befestigten Transportwege, kaum Schulen und Gesundheitsstationen) und die Bevölkerung mit ihren Problemen sich selbst überlassen. Da die Stadt Marsabit als regionaler Marktort von Bedeutung ist, hat sie einen stetigen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Damit verschärfen sich auch die ökologischen Probleme. Wasserknappheit und Entwaldung sind dafür sichtbare Indikatoren. Projektort KarareAm Rand des Nationalparks liegt das 1972 von christlichen Missionaren gegründete Dorf Karare mit 10.000 halbnomadischen Einwohnern, davon 60% unter 15 Jahren. Karare befindet sich ca. 23 km südlich von Marsabit. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Rendille und Turkana.Die Gesundheitsstation, Primary School und umliegende Häuser bilden den Ortskern. Weitere Familien leben in einer Streusiedlung in einem Radius von 3 km um den Dorfkern. Das Gemeinwesen basiert auf traditionellen Clan-Strukturen und wird durch die Ältesten (elders) repräsentiert, aus deren Mitte die Councillers gewählt werden. Der Dorfchief wird von der Distriktverwaltung ernannt. Die Entwicklung der Community durch Selbstorganisation wird durch den RCDA (Rural Community Development Agency) vorangetrieben, koordiniert und in Kooperation mit den Selbsthilfegruppen durchgeführt. Regelmäßige Community-Meetings dienen der Entscheidungsfindung und der Mobilisierung der Bevölkerung. Grund und Boden der gesamten Ansiedlung gehört der Community, die von einem Landkomitee verwaltet wird. Die Böden werden bisher kaum ackerbaulich genutzt, da zum einen bei den ehemaligen Nomaden das Know-how zum Ackerbau fehlt und zum anderen die früheren Anpflanzungen durch Elefantenherden verwüstet wurden. Ein elektrischer Schutzzaun, der Anfang der achtziger Jahre von Missionaren gestiftet wurde, um das Dorf vor Wildtieren zu schützen, ist inzwischen defekt. Dies vereitelte bisher weitere Versuche von Bodennutzung und führte zu Konflikten mit der Nationalparkbehörde. ProjektpartnerUnser Projektpartner vor Ort ist der RCDA, der sich 1990 als gemeinnützige Basis-NGO in Kenia gegründet hat. Er beschäftigt sich mit Entwicklungskonzepten auf Community-Ebene und bildet das institutionelle Dach der verschiedenen Selbsthilfegruppen. Im RCDA sind Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten organisiert: Lehrer, Handwerker, Ladenbesitzer, Krankenschwestern, Vertreterinnen der Frauengruppen und Repräsentanten der anderen Selbsthilfegruppen. RCDA ist im SONED-Netzwerk organisiert und versucht neue Entwicklungskonzepte auf lokaler Ebene durch Mobilisierung und Partizipation umzusetzen.Bisherige Projekte von RCDA:
Die Bewohner von Karare haben mit Unterstützung des RCDA eigene Strukturen aufgebaut, wie die Karare Livestock Selfhelpgroup, Karare Community Wildlife Conservationgroup, einige Frauengruppen und eine Jugendgruppe. Der RCDA führt in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen Seminare und Workshops zu Themen wie Livestock, Umweltschutz und Wasserversorgung durch. Unsere Projektpartner RCDA entwickeln ein Programm, das die ökologischen Veränderungen der Region analysiert und nach tragfähigen Ansätzen zur Entschärfung der ökologischen Bedrohung des Siedlungsgebietes sucht. Die Schaffung unterschiedlicher Bildungsangebote soll Schwerpunkt der weiteren Zusammenarbeit werden. |